21. Juli 2022

Gehlsdorf – Gedser – Hesnæs – Femø

Unser 10 jähriger Jubiläumsurlaub mit Startschwierigkeiten:

Unser Urlaub in diesem Jahr begann recht holprig und sollte auch bis jetzt holprig bleiben. Wir sind aber froh, dass überhaupt ein Urlaub stattfindet, denn es sah anfangs nicht so aus, als könnten wir den Urlaub tatsächlich antreten.

Es begann ziemlich stressig, da wir gleich in der ersten Woche unserer Schulferien losfahren wollten, so dass Heiko und mir recht wenig Zeit zur Planung und für die generelle Einstimmung auf den Urlaub blieb. Der neue Anstrich des Unterwasserschiffs war auch noch gar nicht allzu lange her. Seitdem hatten wir nur 3 Wochenenden, um das Boot urlaubsfertig zu machen und da holte uns dass Problem des Motors ein. Im letzten Jahr pustete unter bestimmten Bedingungen unser Motor schon mehr Qualm aus, als sonst und das sollte für den Urlaub behoben werden… Heiko, inzwischen Experte für alte Motoren, hegte und pflegte den Motor, tauschte aus, schmierte, reinigte und untersuchte jede Schraube, aber der Motor mölmte leider am Tag vor der geplanten Abfahrt immer noch. Also fuhren die Kosogs schon vor in Richtung Gedser und wir planten schon fast eine Alternative für die restlichen Urlaubstage. Ein letzter Testlauf am Sonntag sah jedoch so gut aus, dass wir es riskierten und für Montag doch unsere Abfahrt planten. Das hieß im Schnelldurchlauf das Boot aufräumen und alles klar Schiff machen. Als es Montag losging, beäugte die gesamte Crew, die Abgase unseres Motors, aber tatsächlich blieb der Qualm aus und der Motor schnurrte, wie ein Kätzchen. Nach einer ganzen Weile beruhigten sich die Gemüter und wir begannen wieder dem Motor zu vertrauen.

Die Überfahrt nach Gedser ging, dank eines steten Windes, recht zügig voran und wir waren nach guten 6,5 Stunden, pünktlich zur Kaffeezeit im Hafen von Gedser. Hier trafen sich vor fast genau 10 Jahren Mara und Lilli auf dem Spielplatz und freundeten sich an und seitdem besteht unsere Flotte aus zwei Booten. Alle waren froh, dass das Worst-Case-Szenario doch ausblieb und wir unseren Jubiläumsurlaub auch zusammen verbringen konnten und natürlich durfte  ein Jubiläums-Grillabend in Gedser nicht fehlen.

Unser nächstes Ziel sollte dann der Hafen von Hesnæs sein. Wir nahmen bei der Planung der Route an, dass dieser Hafen eher von weniger Booten angelaufen wird, da er auf halber Strecke nach Klintholm liegt. Jedoch schon beim Gespräch mit dem Tankwart / Hafenmeister von Gedser erfuhren wir, dass bereits vier Boote vor uns dem Hafenmeister berichteten, dass sie nach Hesnæs fahren wollten. Und das waren ja nur die, die es eben auch gesagt haben…. Wir stellten uns also darauf ein, dass der Hafen eventuell doch nicht so schön leer sein könnte, wie gehofft.

Wir kamen wieder sehr gut voran. Kurz vor Einfahrt in den Hafen frischte der Wind erwartungsgemäß noch einmal auf und bei einer unkontrollierten Bewegung am Baumniederholer verrenkte sich Heiko leider den Rücken so sehr, dass er nach dem Anlegen mit einen Bandscheibenvorfall unter Deck liegen musste. Die ersten Tage konnte er so leider nicht am Urlaubsleben teilhaben und hat den wirklich sehr schönen Hafen von Hesnæs erst ab dem dritten Tag genießen können. Kleinere Strandspaziergänge, Heikos Rückengurt und eine Wärmeflasche halfen bei der Genesung, die zumindest soweit fortschritt, dass wir die Weiterfahrt nach Femø wagen konnten. Das alles nur unter der Voraussetzung, dass Heiko nichts zieht und es Windbedingungen gibt, die auch ich alleine managen kann. Wir hatten es nicht wirklich eilig, da wir am Abend sowieso in die Ankerbucht wollten. Also rollte ich die Genua aus und wieder ein und aus und wieder ein, je nachdem wie der Wind kam bei der Fahrt durch den Sund. In der Ankerbucht angekommen genossen wir den Sonnenuntergang und die Ruhe.

Am nächsten Tag begann de Run auf den Hafen von Femø. Viele, die wie wir vor Femø auf Anker lagen, wollten am nächsten Morgen in den Hafen einlaufen. Wir befürchteten schon, dass wir auch gegen 10 Uhr morgens keinen Platz, außer ein Päckchenplatz finden würden. Das allerdings wollten wir uns eigentlich nicht antun, da wir einige Tage hier verweilen und die heißen Tage am Strand verbringen wollten. Also hofften wir alle, dass es doch noch ein Platz an der Mauer für uns gab und tatsächlich klappte das – auch wenn es durch das Fernglas anders wirkte. Nun liegen wir hier schon ein paar Tage und selbst ich war schon in der Ostsee baden. Denn auch in Dänemark herrschte recht große Hitze, wenn auch lange nicht so groß, wie die Hitze zu Hause.
Heute haben wir eine kleine Fahrradtour gemacht, da die brütende Hitze heute vom auffrischenden Wind abgelöst wurde. Das war, therapeutisch gesehen, nicht die allerbeste Idee für den Rücken von Heiko, auch wenn es für den Rest der Crew sicher ganz gut war, mal ein bisschen die Insel zu erkunden. Nun sitzt er wieder hier und hat die Wärmeflasche im Rücken. Da der Wind morgen auch nochmal ähnlich stark blasen soll, wie heute Nachmittag und Heiko wie erwähnt nur beschränkt einsatzfähig ist, ist nicht ganz klar, ob die Weiterfahrt nach Nykøbing tatsächlich morgen stattfinden wird. Die Abstimmung wird noch stattfinden.

 


1. Juni 2022

Wieder mal das Unterschiff

Dieses Jahr war es dann mal wieder so weit. Unser Boot musste raus und das Unterschiff musste gemacht werden. Eigentlich sollte es schon im letzten Jahr an Land, aber leider hatte Corona bzw. MV uns ein Strich durch die Rechnung gemacht, da wir zeitweise noch nicht mal mehr nach Rostock als Brandenburger einreisen durften 😕 .
Na ja, dann also in diesem Jahr. Wurde auch endlich Zeit, da am Ruderblatt schon das blanke Metall zu sehen war. Aber schon wieder eine Planänderung, da der geplante April Termin in der SAB Bramow Werft kurzfristig abgesagt wurde. Also wurde es doch nichts mit dem geplanten rechtzeitigen Saisonstart. Ende Mai war es dann endlich soweit und unser Boot konnte gekrant werden.

In den nächsten 10 Tagen wurden dann wieder mal geschliffen, gepinselt und gerollt was das Zeug hielt. Dies Mal gab es ein Anstrich mit rotbraunem Antifouling, da das Schwarze nur schwer und teuer zu bekommen war, da die Farbhersteller Probleme mit der Pigmentversorgung hatten.

Alles in allem kamen wir gut voran. 2 1/2 Tage schleifen, 1 Tag ausbessern und dann die restlichen Tage in Intervallen fleißig die restliche Farbe. Wie immer ein heiden Spass 🙂 .